Autor: Martin

KB…was?

Unsere Welt ist um eine Abkürzung reicher: KBÖ – das Netzwerk der Körperbehinderten-Pädagog:innen in Österreich!
Diese nützliche Verbindung von engagierten Pädagog:innen ist im Aufbau und auf der Suche nach einer „virtuellen Heimat“. Bis sich die Dinge klären, sind alle KBÖler:innen hier willkommen und teilen Expertise, Publikationen und….

UK-Support

Unterstützte Kommunikation ist eine feine Sache. Sie ermöglicht auf vielfältige Weise, sich am Leben zu beteiligen, auf eigene Wünsche hinzuweisen und sich wirksam einzubringen. Schon eine ganze Weile sind wir verbunden mit dem „Netzwerk UK – WieNiBu“, die sich in diesem Bereich im Osten Österreichs engagieren.  Vor kurzem durften wir helfen, Menschen mit Einschränkung ihrer Handmotorik mit selbstgedruckten „Schlüssel-Drehern“ zu versorgen. Ehrensache! Wir schätzen eure tolle Arbeit!

PS: Apropos tolle Arbeit: Dazu nutzten wir eine Vorlage von Makers Making Change – so cool kann Globalisierung sein 😉

Selbermacher:in beim Hackathon für assistive Technologien

Heuer durften wir bei einem spannenden Projekt teilnehmen, dem Hackathon für assistierende Technologien der FH Technikum Wien.
In einem gemeinsamen Prozess arbeiteten heuer elf Projektteams an der Entwicklung und Umsetzung neuer Hilfsmittel, technischer Kniffe und jeder Menge Innovation, die konkreten Menschen mit Behinderungen den Alltag erleichtern sollen. Dabei verbinden Betroffene, Student:innen, Professor:innen und Leute aus dem Schul- oder Betreuungsbereich, oder einfach technisch Interessierte und stellen sich unter das gemeinsame Ziel: Am 22./23. April sollen möglichst viele Ideen im Happylab Wien praktisch umgesetzt werden und einsatzfähig sein… hier findest du einen Zwischenstand.

Unser Projekt war die Weiterentwicklung des Fingerführrasters für iPads. Die Vision ist, eine Plattform zu schaffen, in der man Modell, App und Feldanzahl eingibt und eine druckbare Datei erhält, die auf das individuelle iPad passt.
Leider stellte sich die Anforderung als sehr komplex heraus, immerhin gibt es unzählige Modelle im Einsatz, mehrere Apps, verschiedene Feldausschnitte,…und alles davon verändert sich laufend. So konnte unser Projekt bisher noch nicht völlig umgesetzt werden, aber zumindest die Grundlagen vertieft, Kontakte geknüpft und technische Fortschritte erzielt werden. Wir bleiben dran…

 

 

Zeigt her eure Füße…

Wer es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, würde es nicht glauben: Schüler:innen mit Körperbehinderungen erhalten Physiotherapie, Ergotherapie, motorische Förderung etc. und: Sie sitzen über 20 Stunden pro Woche auf einem Sessel/Tisch, der nicht passt. In einer Schule die wir kennen, gibt es überhaupt nur eine einzige Tischhöhe! (Werden Kinder da nach Größe gecastet?) Ein Schildbürgerstreich…

Eine gute Grapho-Motorik ist nur bei entsprechender Rumpfstabilität möglich. Wenn die Füße baumeln, ist es knifflig ordentlich zu schreiben.
Diesmal ist es doppelt knifflig, denn in diesem System wechseln Kinder für das jeweilige Fach den Unterrichtsraum.

Eine Lösung muss also leicht und tragbar sein.

Gemeinsam mit der Schülerin haben wir einen Fußschemel aus XPS-Schaum angepasst und mit Gummifüßen versehen. Nun können die Füße stabil stehen und das ganze Paket lässt sich leicht von Raum zu Raum transportieren…

Geometrie mit 3D-Support

Geometrie war schon als Schüler nicht meine große Liebe, und auch jetzt verstehe ich nicht, warum Kinder mit einer Körperbehinderung in der 5. Schulstufe mit Geo-Dreieck gequält werden. Na ja, egal.

Fest steht, dass eine Schülerin mit einem Standard-Geodreieck diese Anforderung nicht schaffen kann.
Bevor man in die Schlacht zieht, einen Nachteils-Ausgleich zu verhandeln, oder auf Software-Lösungen auszuweichen, versuchen wir es mal mit einem neuen Hilfsmittel.

Auf ein Standard-Geodreieck wurde ein 3D-gedruckter Handgriff aufgeklebt, der eine stabilere Linealführung erleichtert. Wir gehen in die Testphase…

Selbermacher:in on tour…

Erstmals findet von 1.-3. Oktober in Salzburg eine Fachtagung der „Arbeitsgemeinschaft der Körperbehindertenpädagog:innen Österreichs“ statt. Expert:innen aus ganz Österreich, coole Leute aus unterschiedlichsten Orten und fachlichen Hintergründen, teilen ihre Erfahrung und  Expertise in Workshops, Impulsen und Diskussionsrunden. Ich freue mich schon seit Frühling auf dieses Treffen…

Ein Beitrag ist übrigens ein Selbermacher:in-Workshop zum Thema „Hilfsmittel durch digitale Fertigung.“ Drucker, Filamente, Werkzeuge kommen alle mit, nach einer kurzen Anleitung sollen in zwei Blöcken viele innovative Ideen vom „Screen ins Leben“ gedruckt werden. Möge die Übung gelingen! (Bin etwas aufgeregt, zugegeben. Mein 3D-Drucker ist seit Sommer in der Pubertät und hat seinen eigenen Willen entwickelt…)

Organisiert über die PH-Tirol, ist diesmal die „Schule am Glanbogen“ Gastgeberin. Ein Blick in diese tolle Schule lohnt sich…

Eine für alle(s)!

Vor kurzem habe ich ein Mädchen kennengelernt, dass ihren Schul- und Lebensalltag mit einer Hand schupft. Flink und fröhlich erledigt sie einhändig alle Anforderungen, für die andere selbstverständlich zwei Hände benutzen: Schneiden, Bleistift spitzen, Klebestift öffnen – gar nicht so einfach.
Nach ein bissl Getüftel habe ich einmal folgenden Entwurf gemacht: Ein Brett zum Öffnen und Herausdrehen des Klebestifts und ein mit Klettband fixierter Spitzer.
Als Erweiterung gibt es zwei Seitenteile, zwischen denen ein Blatt Papier eingeklemmt werden kann. Das hilft beim Ausschneiden. Natürlich schneidest auch du nur mit einer Hand, aber welche hält das Blatt? Klar?

Als Geschenk wandert der Prototyp in die Test-Umgebung Schulalltag: Update folgt…

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Fingerführraster für das iPad

Monika (Name geändert) nutzt eine Sprachausgabe-Software auf ihrem iPad um sich zu verständigen.
Mit Eifer bedient sie unzählige kleine Felder, baut Sätze, formuliert Wünsche. Ich bin begeistert…
Öfters tippt sie aber daneben, da ihre Handmotorik eingeschränkt ist.
Die Idee: Ein Raster, der die Fingerchen zu den Feldern leiten soll. Er soll am iPad unkompliziert montierbar sein und einfach angepasst werden.
Eine Herausforderung für die Selbermacher:in.
Hier der erste Entwurf…

To be continued…

 

Update November 2020:

Eigentlich hatte ich das Projekt schon zu den „Unvollendeten“ gelegt. Das Problem: Das iPad hat eine größere Fläche als mein Drucker und an größere Drucker ist momentan schwer heranzukommen. (Corona, …) Doch aufgegeben werden schließlich nur Briefe, oder? Unerwartet kam ich in Kontakt mit einem alten Freund, den ich viele Jahre nicht gesehen hatte. Er ist im Besitz eines Lasercutters. Mit etwas Hilfe konnte die Vorlage umgearbeitet werden und die Schablone aus 3mm Plexiglas geschnitten werden. Anders als gedacht, aber: Mission completed!

 

Notebook-Regal

In unserer Firma ist es beliebt, Notebooks und Netzteile aus dem Gemeinschaftsbüro in eigene Gefielde zu „entführen“. Hier sei keine böse Absicht unterstellt, Fakt ist aber, dass dauernd Netzteile fehlen. Mahnreden der Administratoren sind a) lähmend und b) sinnlos, weil ohne Ergebnis. Was also tun?

Hier der Lösungsversuch der Selbermacher:in:

  • ein Stapelregal aus Siebdruckplatten zusammengehalten von Gewindestangen und Alu-Röhrchen als Abstandhalter
  • Die Netzteile sind unter dem erhöhten Boden fixiert und können nur unter Gewaltanwendung entfernt werden 😉
  • Die Ladebuchsen sind von überall frei zugänglich, die offene Form sorgt für Belüftung

Möge Frieden einkehren im Gemeinschaftbüro und im Herzen der Admins…