Autor: Martin

klotzen – nicht kleckern

Diese Redewendung trifft in zweifacher Weise auf das aktuellste Projekt der Selbermacher:in zu. Zum einen, weil es das größte Teil ist, das wir je gedruckt haben (Der Druck dauerte fast 60 Stunden!) Zum anderen, weil es auch ein verdammt cooles Ding ist, das mein Nachbar hier im Zuge seines Studiums entwickelt.
Es soll ein Verfahren sein, dass Verdunstung nutzt, um aus Salzwasser Süßwasser zu produzieren. Keine Elektrolyse, keine Osmose, keine Verdampfung.
Wenn das hinhaut, ist diese Welt wohl ein Stück besser dran, wenn es um das Thema Wasserknappheit etc. geht…

Möge die Übung gelingen!
Wir unterstützen das Projekt durch Drucken der Prototypen

Bautag in Steinbach

Obwohl man sich danach fühlt, als wäre man vom Traktor überrollt, den Bautag in Steinbach darf man nicht verpassen!
Freiwillige Helfer:innen aus allen Ecken und Enden finden sich in Steinbach zusammen, um eine Fülle von kleinen oder größeren Projekten anzupacken, deren Umsetzung alleine kaum möglich wäre. Alles in allem ein kunterbunter Tag mit tollen Menschen, an dessen Ende das Ergebnis Freude bereitet, dass etwas gemeinsam geschafft wurde. Hier ein paar Highlights…

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Schwanensee?

schwanInteressant, was so alles mit 3D-Druck möglich ist und wie er Menschen zusammenbringt…
Ein Freund entwirft mit Kindern Kunstwerke aus Epoxidharz, eine tolle Sache mit erstaunlichen Ergebnissen.
Ein Wunsch der Kinder war, in eine Gussform kleine Schwäne einzufügen. Nur woher nimmt man die bloß, ohne eine Menge Geld in die Hand zu nehmen bzw. womöglich einen chinesischen Händler zu bemühen? Sogar in so einem Fall konnte die Selbermacher:in einspringen: Nach einer Vorlage von Bretzel Buth konnten wir eine Hand voll Mini-Schwäne für dieses Projekt verschenken. Zwar kein Hilfsmittel im engeren Sinne, aber auf jeden Fall eine coole Idee! Vielleicht bekommen wir ja bald ein Ergebnis zu sehen…

Höher ist besser…

Natürlich mitten während einer Kinderwoche musste der Kühlschrank am Therapiehof Steinbach kaputt gehen. Das hat Tradition, war es 2019 der Geschirrspüler, 2018 der Ofen,…immer pünktlich während der Hochsaison! Da musste schnell Ersatz her, was mit der Hilfe eines Sponsorings der der „Kleinen Fische“ innerhalb eines Tages möglich war. Nun ist der neue Kühlschrank energiesparend und funkelnagelneu, aber auch kleiner als der Vorgänger. Ruckizucki konnte da die Selbermacher:in einspingen und ein entsprechendes Podest dafür zimmern. Schont den Rücken und erleichtert ein bisserl den Alltag, den am Steinbacherhof braucht es alle Kraft für die wertvolle und schöne Arbeit mit Menschen (nicht vorrangig mit Elektrogeräten)-

Badewannen-Einstieg

Nicht immer ist der 3D-Drucker die Lösung. Ein Freund hat Probleme mit den Hüft- und Beingelenken. Der Einstieg in die Badewanne gerät so zum schmerzhaften Stunt. Ganz „old-school“ konnten wir rasch eine maßgeschneiderte Einstiegshilfe (mit Öffnung zur Durchführung des Waschmaschinen-Abflusses) gratis (und von Herzen) zur Verfügung stellen. Nun steht einer erfrischenden Sommerdusche nichts im Wege!

Spezial-Möbel: Modell unkaputtbar

Schon eine ganz Weileunterstützen wir den Steinbacherhof, einen therapeutischen Reithof, dessen Arbeit wir großartig finden. Menschen mit und ohne Behinderungen erleben dort Annahme und Hilfe u.a. durch tiergestützte Therapie. Cool, oder?

Nun ist die Anforderung an Möbel hier eine besondere, steht doch nicht das schicke Aussehen im Vordergrund, sondern Funktionalität, Langlebigkeit, Haltbarkeit, da bei leidenschaftlicher Nutzung auch mal etwas kaputtgeht. Von der Stange, vom Möbeldiskonter? Vergiss es…
Darum wurde vor Ort gemessen, getüftelt, gebrütet und gemeinsam mit der Leiterin des Hofes ein Plan geschmiedet.

Diesmal ging es um eine Wäschetruhe, in der Pölster und Decken katzen- , hunde und sonst-w

as-sicher unter der Woche verstaut werden können, bevor am Wochenende wieder Übernachtungsbetrieb ist. Genau reinpassen soll sie und auch mal aushalten, wenn einer draufsteigt. Unkaputtbar, quasi.

3D-gedruckt wird in diesem Fall nichts. Also: Ran an Tischkreissäge und Fräse und ein paar Quadratmeter 18mm Schichtholz „Multiplex-Birke“ verarbeitet. Noch ein paar Scharniere dran, passt. (zugegeben: stark verkürzt dargestellt 😉

Wie auch immer:

Nicht ohne Stolz konnten wir das Ding übergeben, wobei sich als größte Herausforderung herausstellte, die Kiste aus dem Keller zu bekommen, die in Einzelteilen hinuntergetragen, aber im Ganzen heraufkommen sollte…bravo, gut mitgedacht…Schildbürgerei vom Feinsten! Himmel, hilf…!

Und wenn man schon mal in Schwung ist, machen wir gleich ein paar Kastentüren mit, die aus einem Regal einen vernünftigen Wäscheschrank macht. Upcycling, wie es sein soll…

Sommer, Sonne, Selbermachen…

Nun ist tatsächlich Sommer, erst nur nach dem Kalender –  also Regen und ein Gefühl wie April – dann aber auch richtig: mit Hitze und 24/7 Badekleidung…herrlich.
Im Sommer fallen normalerweise viele Reparatur- und Sanierungsprojekte in den eigenen vier Wänden an, wie Ausmalen, Bodenschleifen, Gartenzaun sanieren, Fliesen ausbessern,..und sonst noch alle mögliche, zu dem man unterm Jahr schlecht kommt.

Gelegentlich taucht dann aber doch das ein oder andere Projekt auf, das für willkommene Abwechslung (oder Ausreden?) sorgt, wie

3D-technisch ist momentan eher Sparflamme, nur ein wenig Krimskrams (Siphonsieb, Halter für Fahrradlicht, Vorhangaufhängung) war zu drucken.

Jetzt werden Kräfte gesammelt für den Herbst…denn in Kürze startet das neue Semester mit seinen Überraschungen…

 

 

Corona Lockdown…?

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber Virus hier, Corona da, der Medienauflauf geht ganz schön an die Substanz. Kopf in den Sand oder alle 5 Minuten aufs Handy schauen? Wie gehts der „Selbermacher*in“ in der Krise, alles zum Erliegen gekommen?
Jein…

Ja, weil auch wir in Selbst-Isolation sind und nicht wie üblich unserer Arbeit mit Menschen nachgehen können.
Nein, weil es auch da einiges zu tun gibt…

Zum Beispiel:

Werkstatt aufräumen/ausbauen

Was sonst nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört, wird jetzt (mangels Ausreden) zur freudigen Realität:
Die Kellerwerkstatt erfährt eine rund-um-Erneuerung. Einerseits bekommen alle Werkzeuge einen guten Platz, damit sie auch fachgerecht verräumt werden können. Dazu habe ich aus Holzresten (Hurra, nicht weggeworfen!) einige Werkzeughalter gebaut.

Andererseits habe ich (ebenso aus Resten, denn Material ist ja nicht zu kaufen) ein paar Helferleins dazu gezimmert.
Allen voran der Frästisch, der eine alte Oberfräse unterhalb montiert hat, die auf einem improvisierten Lift auf und abfährt. Passend dazu ein Anschlag zur Führung der Werkstücke. (Zugegeben, Idee entlehnt aus dem Let’s Bastel Kanal)

Interessanterweise sind einige Hilfsanfragen nämlich gar nicht „digitaler“ Natur – also bezogen auf 3D-Druck, sondern durchaus mechanisch, meist eine Mischform aus beiden. ( z.B. das Projekt „Möbel für den Steinbacherhof„)
Gut, wenn man da ausgerüstet ist…

Flaschenöffner

Die Mutter einer Freundin leidet an Polyatritis. Dabei schmerzen die Gelenke so sehr, dass es schwierig ist, Flaschen, Milchpackungen oder Medikamentendosen zu öffnen. Hoffentlich bringen die drei unterschiedlichen Flaschenöffner eine Erleichterung, die die Selbermacher*in zum Testen zur Verfügung  stellen konnte.
Herzlichen Dank an die Maker*Innen, deren Vorlagen wir dafür nutzen konnten:

Vernetzung „Unterstützte Kommunikation“

Der Bereich Unterstütze Kommunikation (UK) ist in den letzten Jahren (durch die beharrliche Initiative toller Kolleg*innen 😉 ) immer mehr ins Bewusstsein gerückt. Er umfasst viele Aspekte, von der Gebärdensprache, über Texte in leichter Sprache, über diverse Medien (z.B. Sprachausgabegeräte,…) u.v.m. , denn: „Jeder kann sprechen!“

Im deutschsprachigen Raum ist der Bereich der „Assistiven Technologien“ noch so etwas wie ein Stiefkind und findet erst langsam Eingang in Forschung und Praxis. (siehe z.B. im Beitrag von Anett Thiele) Vielversprechend umgesetzt hat das übrigens die TU Dortmund mit ihrem „Büro für unterstützte Kommunikation„, das einen inklusiven Makerspace beheimatet.

Um dieses Entwicklung zu unterstützen, durfte ich einen Beitrag beim „UK-Netzwerk“ bringen. Dabei wurden einige Ergebnisse aus meiner Arbeit zusammengefasst und  die Intiative Selbermacher*in vorgestellt. Es konnten auch bisher erstellte Hilfsmittel getestet und 3D-Druck praktisch gezeigt werden. Ich freue mich über das positive Echo und die neu gewonnen Kontakte.