Kategorie: Projekte

Selbermacher:in beim Hackathon für assistive Technologien

Heuer durften wir bei einem spannenden Projekt teilnehmen, dem Hackathon für assistierende Technologien der FH Technikum Wien.
In einem gemeinsamen Prozess arbeiteten heuer elf Projektteams an der Entwicklung und Umsetzung neuer Hilfsmittel, technischer Kniffe und jeder Menge Innovation, die konkreten Menschen mit Behinderungen den Alltag erleichtern sollen. Dabei verbinden Betroffene, Student:innen, Professor:innen und Leute aus dem Schul- oder Betreuungsbereich, oder einfach technisch Interessierte und stellen sich unter das gemeinsame Ziel: Am 22./23. April sollen möglichst viele Ideen im Happylab Wien praktisch umgesetzt werden und einsatzfähig sein… hier findest du einen Zwischenstand.

Unser Projekt war die Weiterentwicklung des Fingerführrasters für iPads. Die Vision ist, eine Plattform zu schaffen, in der man Modell, App und Feldanzahl eingibt und eine druckbare Datei erhält, die auf das individuelle iPad passt.
Leider stellte sich die Anforderung als sehr komplex heraus, immerhin gibt es unzählige Modelle im Einsatz, mehrere Apps, verschiedene Feldausschnitte,…und alles davon verändert sich laufend. So konnte unser Projekt bisher noch nicht völlig umgesetzt werden, aber zumindest die Grundlagen vertieft, Kontakte geknüpft und technische Fortschritte erzielt werden. Wir bleiben dran…

 

 

Selbermacher:in on tour…

Erstmals findet von 1.-3. Oktober in Salzburg eine Fachtagung der „Arbeitsgemeinschaft der Körperbehindertenpädagog:innen Österreichs“ statt. Expert:innen aus ganz Österreich, coole Leute aus unterschiedlichsten Orten und fachlichen Hintergründen, teilen ihre Erfahrung und  Expertise in Workshops, Impulsen und Diskussionsrunden. Ich freue mich schon seit Frühling auf dieses Treffen…

Ein Beitrag ist übrigens ein Selbermacher:in-Workshop zum Thema „Hilfsmittel durch digitale Fertigung.“ Drucker, Filamente, Werkzeuge kommen alle mit, nach einer kurzen Anleitung sollen in zwei Blöcken viele innovative Ideen vom „Screen ins Leben“ gedruckt werden. Möge die Übung gelingen! (Bin etwas aufgeregt, zugegeben. Mein 3D-Drucker ist seit Sommer in der Pubertät und hat seinen eigenen Willen entwickelt…)

Organisiert über die PH-Tirol, ist diesmal die „Schule am Glanbogen“ Gastgeberin. Ein Blick in diese tolle Schule lohnt sich…

Fingerführraster für das iPad

Monika (Name geändert) nutzt eine Sprachausgabe-Software auf ihrem iPad um sich zu verständigen.
Mit Eifer bedient sie unzählige kleine Felder, baut Sätze, formuliert Wünsche. Ich bin begeistert…
Öfters tippt sie aber daneben, da ihre Handmotorik eingeschränkt ist.
Die Idee: Ein Raster, der die Fingerchen zu den Feldern leiten soll. Er soll am iPad unkompliziert montierbar sein und einfach angepasst werden.
Eine Herausforderung für die Selbermacher:in.
Hier der erste Entwurf…

To be continued…

 

Update November 2020:

Eigentlich hatte ich das Projekt schon zu den „Unvollendeten“ gelegt. Das Problem: Das iPad hat eine größere Fläche als mein Drucker und an größere Drucker ist momentan schwer heranzukommen. (Corona, …) Doch aufgegeben werden schließlich nur Briefe, oder? Unerwartet kam ich in Kontakt mit einem alten Freund, den ich viele Jahre nicht gesehen hatte. Er ist im Besitz eines Lasercutters. Mit etwas Hilfe konnte die Vorlage umgearbeitet werden und die Schablone aus 3mm Plexiglas geschnitten werden. Anders als gedacht, aber: Mission completed!

 

Bautag in Steinbach

Obwohl man sich danach fühlt, als wäre man vom Traktor überrollt, den Bautag in Steinbach darf man nicht verpassen!
Freiwillige Helfer:innen aus allen Ecken und Enden finden sich in Steinbach zusammen, um eine Fülle von kleinen oder größeren Projekten anzupacken, deren Umsetzung alleine kaum möglich wäre. Alles in allem ein kunterbunter Tag mit tollen Menschen, an dessen Ende das Ergebnis Freude bereitet, dass etwas gemeinsam geschafft wurde. Hier ein paar Highlights…

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Spezial-Möbel: Modell unkaputtbar

Schon eine ganz Weileunterstützen wir den Steinbacherhof, einen therapeutischen Reithof, dessen Arbeit wir großartig finden. Menschen mit und ohne Behinderungen erleben dort Annahme und Hilfe u.a. durch tiergestützte Therapie. Cool, oder?

Nun ist die Anforderung an Möbel hier eine besondere, steht doch nicht das schicke Aussehen im Vordergrund, sondern Funktionalität, Langlebigkeit, Haltbarkeit, da bei leidenschaftlicher Nutzung auch mal etwas kaputtgeht. Von der Stange, vom Möbeldiskonter? Vergiss es…
Darum wurde vor Ort gemessen, getüftelt, gebrütet und gemeinsam mit der Leiterin des Hofes ein Plan geschmiedet.

Diesmal ging es um eine Wäschetruhe, in der Pölster und Decken katzen- , hunde und sonst-w

as-sicher unter der Woche verstaut werden können, bevor am Wochenende wieder Übernachtungsbetrieb ist. Genau reinpassen soll sie und auch mal aushalten, wenn einer draufsteigt. Unkaputtbar, quasi.

3D-gedruckt wird in diesem Fall nichts. Also: Ran an Tischkreissäge und Fräse und ein paar Quadratmeter 18mm Schichtholz „Multiplex-Birke“ verarbeitet. Noch ein paar Scharniere dran, passt. (zugegeben: stark verkürzt dargestellt 😉

Wie auch immer:

Nicht ohne Stolz konnten wir das Ding übergeben, wobei sich als größte Herausforderung herausstellte, die Kiste aus dem Keller zu bekommen, die in Einzelteilen hinuntergetragen, aber im Ganzen heraufkommen sollte…bravo, gut mitgedacht…Schildbürgerei vom Feinsten! Himmel, hilf…!

Und wenn man schon mal in Schwung ist, machen wir gleich ein paar Kastentüren mit, die aus einem Regal einen vernünftigen Wäscheschrank macht. Upcycling, wie es sein soll…

Taster für „Unterstützte Kommunikation“

Vorweg: Vor den französischen Kolleg*innen von Pole-Ergo ziehe ich den Hut, gerne wären wir selbst schon so weit…
Viele verschiedene Designs im Bereich der „Assistiven Technologie“ werden von den Ergotherapeut*innen (und deren Student*innen 😉 ) unter CC0-Lizenz zur Verfügung gestellt. Eine wahre Schatzkiste für Menschen, die in diesem Bereich arbeiten…
https://www.thingiverse.com/Pole_ergo/about

Als Beispiel hier einer der großen Taster, der im UK-Bereich für eine Anbahnung von Kommunikation eingesetzt wird.
Entweder um 100€ pro Stück im Handel erwerben, oder für ein paar Cent selbst drucken.
So geschehen bei uns

Polybat – Episode 1

POLYBAT? Klingt wir ein neuartiger Kunststoff, ist aber ein Spiel, das an Tischtennis angelehnt ist. Es ist besonders geeignet für Menschen, die körperlich nicht in der Lage sind, Tischtennis zu spielen.
Entwickelt vom „Nottingham Institute of Educatuion“ hält diese Sportart nun in Wien Einzug.

Ein genaues Reglement findet du hier
Warum interessiert das die Selbermacher*in? Erstens finden wir dieses Spiel großartig: Es ist schnell, spannend und ohne großen Aufwand spielbar. Darüber hinaus kann das Spielniveau auf vielfältige Weise angepasst werden. Ein Spiel für Jede und Jeden. Zweitens gibt es die Schläger und Banden in Österreich nicht zu kaufen.
Hier ist die Initiative der Selbermacher*in gefragt!

Prototyping – erste Modelle

Zu aller erst wurde ein Modell auf Holz gebaut. Ein Standard-Schläger – analog zum Tischtennisschläger und eine Schiebe-Schläger für Menschen mit eingeschränkter Handmotorik wurden aus Sperrholz gefertigt.

Erste Modelle: Standardschläger

Zu den Modellen aus Sperrholz (Pappel) und Fichte fanden sich zuerste keine Griffschalen. Diese sind unseres Wissens nach nicht käuflich zu erwerben und fallen auch im Tischtennissport nicht als Abfall an. Also entschlossen wir uns für eine 3D-gedruckte Version auf Basis der Vorlage von 3D-mon bzw. kdpainter. Diese sind unter CC-Lizenz zu finden.
Das Gewicht des Schiebeschlägers stellte sich als praktisches Hindernis heraus. Spieler*innen mit geringer Armkraft ermüden rasch. Das bedeutet: Zurück an den Schreibtisch…

Polybat – Episode 2

Gesucht wurde ein Schiebeschläger, der so leicht wie möglich ist.
Die Konstruktion der Selbermacher*in wiegt kaum mehr als 100g und wurde mittels 3D-Druck (bei 20% infill – also quasi hohl, mit einem Wabenmuster innen) hergestellt. Nach einigem Getüftel sind wir mit dem Ergebnis zufrieden: Wenn das Augenmerk auf Gewicht liegt, ist unser Schläger nicht zu toppen!

Schiebeschläger, 3D-gedruckt, PLA 20% infill

Nachtrag…

Nach ersten Tests im Nahkampf des Schulbetriebes stellte sich heraus, dass der Ultra-Leicht-Schläger nicht für „Grobmotoriker*innen“ und Zornpinkel geeignet ist. Das war zwar gar nicht die Zielgruppe, aber trotzdem scheint eine Alternative sinnvoll. Wenn das Gewicht nicht der entscheidene Faktor ist, lässt sich das Ganze auch in einer Heavy-Duty Variante herstellen.
Zum Einen kann man die Füllung beim 3D-Druck erhöhen, zum anderen versuchten wir uns einem Modell aus Hartholz. So hat jeder was…

Polybat – erobert Wien…

…zumindest einige Schulen in unserer schönen Stadt.

Es ist nicht besonders spannend, gegen sich selbst zu spielen. Nach der ersten Euphorie war rasch klar: Gegner*innen müssen her!
Gesagt getan: Nach und nach konnte die Selbermacher*in alle vier Schulen für Kinder und Jugendliche mit Körperbehinderung ausstatten:
Schläger, Banden – alles in Handarbeit und zum Selbstkostenpreis.

Hans Radl Schule

Campus Seestadt

Der nagleneue Bildungscampus war die nächste Schule, die wir für Polybat begeistern (und ausrüsten) konnten. Hier findest du einen Artikel dazu…

Dr. Adolf Lorenz Schule

Ein Weilchen später war die Dr. Adolf Lorenz Schule dran….

Integrative Schule Hernals

Zu guter letzt fand ein selbstgemachtes Set seinen Weg in die Integregrative Schule Hernals…

Nun sind alle Körperbehindertenschulen ausgestattet und bereit für nächste Schritte…

Wien grüßt Linz/St. Isidor!

Im Zuge des Hochschullehrgangs „Körperbehindertenpädagogik“ an der PH Innsbruck fanden einige Module im LSZ für Motorik und Sprache in Linz/St. Isidor statt. Sofort wurden Kontakte geknüpft und der Polybat-Virus sprang über. Schon bald wurde der Wunsch nach einem eigenen Polybat-Set geäußert.

Hier konnte die Selbermacher*in einspringen. Mit Freude konnten wir das handgefertigte Set mit Banden, Schlägern und Bällen der Schulleitung übergeben. Mittlerweile tobt auch in Linz der Poly-Battle! Go for it, Isidor!